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„Employability“-Rating sieht neue Studiengänge auf gutem Weg – Bewertung von HRK kritisch gesehen


Bonn, 07.04.08 – Immer mehr Hochschulen setzen nicht mehr ausschließlich auf die Vermittlung von Fachkompetenz bei der Förderung der Beschäftigungsbefähigung von Studierenden. Dies geht aus der aktuellen „Employability“-Bewertung vom Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) und dem Arbeitskreis Personalmarketing (dapm) hervor.
Die Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz, Professor Dr. Margret Wintermantel, äußerte Bedenken zur Methodik des Ratings: „In der Bewertung werden die fachwissenschaftliche Lehre und Fachkompetenzen nicht gewürdigt.“ Die Bewertung setze da an, wo das große Plus der neuen Studiengänge liege – der Vermittlung von Beschäftigungsfähigkeiten, so dapm hingegen in einer Mitteilung auf seiner Homepage. Das Rating wird jährlich von CHE und dapm durchgeführt und soll Studierenden, Hochschulen und Unternehmen eine umfassende Studiengangsbewertung ermöglichen.
Dass auch die Wirtschaft in die Beschäftigungsbefähigung der Studierenden offenbar immer mehr Erwartungen setzt, zeigt zudem eine aktuelle Umfrage von der Industrie- und Handelskammer (ihk) Regensburg in Unternehmen der Region. Demnach gehen knapp 60 Prozent der befragten Firmen davon aus, dass die Vielfalt der neuen Studienabschlüsse eine flexiblere Anpassung an die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes ermöglicht. Neben der Verkürzung der Studienzeiten (60 Prozent) erhofften sich 85 Prozent der Befragten anwendungssorientierte Studieninhalte, die sich positiv bei der Einstellung in ein Unternehmen auswirken könnten.

Zum Rating erklärte Wintermantel weiter: „Schlüsselkompetenzen können nur dann gewürdigt werden, wenn sie in eigene Lehrveranstaltungen ausgelagert und isoliert vom Fach gelehrt werden.“ Im Grunde gehe es in der Bewertung also nicht um die Arbeitsmarktrelevanz von Studiengängen, sondern um arbeitsmarktorientierte Elemente, die den fachwissenschaftlichen Studiengang flankierten.
CHE und dapm argumentierten hingegen, dass den Ergebnissen zufolge nun traditionell neben den Fachhochschulen auch die Universitäten die Förderung der „employability“ erfolgreich in die Curricula integriert hätten. Beispielsweise sei der Anteil des in die Bewertung einbezogenen Studiengangs der Betriebswirtschaft im Vergleich zum Vorjahr (10 Prozent) stark gestiegen (22 Prozent).
Nach Angaben der ihk-Regensburg sollte sich eine hohe Qualitätskultur in Studium und Lehre auch um die grundsätzliche „employability“ der Hochschulabsolventen kümmern. Die Erwartungen der regionalen Wirtschaft seien hoch. Aber auch internationale Firmen, wie die Siemens AG, bewerten die neuen Abschlüsse in Bezug auf die Beschäftigungsfähigkeit positiver. „Die Umstellung ist im vollen Gange“, so Dr. Frank Stefan Becker von Siemens gegenüber der ihk-Regensburg. Bislang betrage der Anteil der Bachelor FH-Abschlüsse knapp 9 Prozent im deutschen Unternehmen. Dennoch würden bereits im Jahr 2009 die gestuften Studiengänge beispielsweise in Bayern den Regelfall bilden. Er erklärte: „Der Bologna-Prozess bedeutet Fortschritt und ist eine Chance, die von den Industrieunternehmen sehr positiv gesehen wird.“  Die Vorteile der Umstellung überwiegten und die Argumente würden mit fortschreitender Zeit sogar immer mehr an Gewicht gewinnen. Die Reform sei unaufhaltbar.

Weitere Informationen zum Rating von CHE und dapm finden Sie unter www.che-concept.de. Die ausführliche Umfrage der ihk-Regensburg kann kostenlos unter www.ihk-regensburg.de/category/Publikationen heruntergeladen oder bestellt werden.

papayannakis / 07.04.08












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