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Zahl der Studienabbrecher an deutschen Unis kaum verändert - HIS präsentiert erstmals Abbrecherrate für den Bachelor


Hannover/Bonn, 14.02.08 – Die Abbrecherquote von Studienanfängern an deutschen Universitäten hat sich erneut verringert. Dies geht aus einer Untersuchung des Hochschul-Informations-Systems (HIS) hervor, die Mitte Februar veröffentlicht wurde. Bezogen auf das Absolventenjahr 2006 sei die Quote gegenüber der letzten Berechnung von 2004 um einen Prozentpunkt auf 21 Prozent zurückgegangen, teilte die HIS anlässlich der Veröffentlichung der Zahlen in einer Pressemitteilung in Hannover mit. In den erstmals ermittelten Abbrecherquoten für den Bachelor wurden einerseits positive Entwicklungen in den Sozialwissenschaften anderseits ein Anstieg der Studienabbrecher in den Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften verzeichnet: diese lagen insgesamt bei 30 Prozent.
Im Auftrag von Bund und Ländern untersucht die HIS alle zwei Jahre die Abbrecherquoten von deutschen Studienanfängern an den Hochschulen.

Nach Angaben der HIS hätten 21 von 100 deutsche Studienanfänger der Jahrgänge 1999 bis 2001 ihr Erststudium aufgegeben. Der Anteil der Studienabbrecher lag an den Universitäten bei 20 Prozent, an den Fachhochschulen hingegen betrugen diese 22 Prozent. „Der Rückgang der Quote an den Unis ist auf die schnelle Umsetzung auf Bachelor Abschlüsse zurückzuführen“, sagte Dr. Ulrich Heublein von der HIS auf Anfrage der HRK und des Bologna-Zentrums in Bonn. Besonders in dem Studienbereich Sozialwissenschaften habe sich die Abbrecherrate im Vergleich zur letzten Messung deutlich von 27 auf 10 Prozent verringert. „Der Paradigmenwechsel hat erfolgreich stattgefunden“, ergänzte Dr. Peter Zervakis, Projektleiter des Bologna-Zentrums. „Die Studiengangsplaner haben im Sinne der inhaltlichen Studienreform ernst gemacht.“ Zu den hohen Bachelor-Abbrecherquoten an den Fachhochschulen in den Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften erklärte Zervakis: „In diesen Fächern brechen traditionell viele Studierende ab. Allerdings scheinen diese noch in Umstellung befindlichen Fakultäten noch nicht in die Untersuchung aufgenommen worden zu sein, da es noch an belastbarem Zahlenmaterial fehlt.“ Beispielsweise war in den Ingenieurwissenschaften die Abbrecherrate um fünf Prozentpunkte auf 26 Prozent gestiegen.
Zervakis sieht hier einen deutlichen Nachsteuerungsbedarf: Die Curriculumsplaner sollten zukünftig intensiver auf die Studierbarkeit der neuen Studiengänge achten, erklärte er. Sie dürften sich nicht mit dem „Umettiketieren“ zufrieden geben. „Den Studierenden ist nicht geholfen, wenn der Lernstoff aus dem Diplom in die kürzeren Bachelor-Studiengänge gestopft werde“, sagte er. Auch seien bessere Betreuungsrelationen und Studienberatungen nötig. „Es muss zu einer echten Studienreform kommen, die vom neuen curricularen Leitbild der Studierendenzentriertheit erfüllt ist“, erklärte er abschließend.

papayannakis/19.02.2008












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