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Konstanz/Bonn, 16.08.08 – Bachelor-Studierende fühlen sich in deutschen Hochschulen gut aufgehoben und sind mit der Studienberatung und der Lehre zunehmend zufrieden. Allerdings fürchten immer mehr Studierende um ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Auch wünschen sie sich Veranstaltungen im kleineren Kreis und lehnen eine Überfüllung der Hochschulen ab. Dies geht aus der im August vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) veröffentlichten 10. Studierendensurvey der Universität Konstanz hervor, die im Auftrag des BMBF durchgeführt wurde. Die Befragung ist Teil einer Langzeitstudie, die seit 1993 im dreijährigen Abstand stattfindet und letztmalig im Wintersemester 2006/2007 an 25 Hochschulen durchgeführt wurde. An der Umfrage hatten 8350 Studierende teilgenommen.
Die Hälfte der Befragten zeigte sich zufrieden mit der Beratung durch Lehrende an ihrer Hochschule. Diese sei im Vergleich zur ersten Umfrage 1993(30%) um 20 Prozentpunkte gestiegen.
Auch die Qualität der Lehre habe sich deutlich verbessert. So stiegen die positiven Rückmeldungen seitens der Studierenden im Zeitraum vom 1993 bis 2007 deutlich um 16 Prozentpunkte auf 72% an. Eine Mehrheit von 62% zeigte sich zudem mit dem Aufbau ihres Studiengangs zufrieden.
Ein weiterer Pluspunkt: Der wöchentliche Zeitaufwand für das Studium betrug mit 34,6 Wochenstunden knapp eine Stunde weniger im Vergleich zu den analogen Diplom-Studiengängen (35,5). Dies belege, dass weniger Zeitbudget in die neuen Studiengänge investiert werde und nicht, wie in den Medien oftmals behauptet, wegen des konzentrierten Lernstoffs ansteige.
Auch wurden die jungen Menschen getrennt nach Universitäten und Fachhochschulen nach ihren Wünschen zur Verbesserung der Situation ihres Studiums befragt. Fünf Forderungen wurden am häufigsten von Studierenden an Universitäten genannt: So wünschten sich 43% mehr Praxisbezug und Veranstaltungen im kleineren Kreis. An zweiter Stelle stand die Verbesserung der Arbeitsmarktchancen mit 36%. Eine intensivere Beratung durch Lehrende wünschten sich 34%. Zudem betrachteten 32% eine Erhöhung der BAfÖG-Sätze/Stipendien als wichtig.
Bei den Fachhochschulen wurden nahezu die gleichen Wünsche geäußert, allerdings in einer etwas anderen Reihenfolge. Als wichtigsten Punkt nannten 38% bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt. An zweiter Stelle lag mit 37% die Erhöhung der BAfÖG-Sätze/Stipendien. Es folgten mit 30% die Forderung nach mehr Brückenkursen in Anfangssemestern und mit 26% der Wunsch nach Veranstaltungen im kleineren Kreis. Als letzten Punkt wünschten sich 25% der Studierenden mehr Beteiligung an Forschungsprojekten.
Zudem schätzten rund zwei Drittel der Befragten den Bologna-Prozess als wichtig ein und unterstützten das Ziel der Vergleichbarkeit der Standards im Kontext mit ausländischen Hochschulen (71%). Auch bejahten 68% die stärkere internationale Ausrichtung des Studiums. Die Akkreditierung von Studiengängen betrachteten 67% der Befragten als notwendig.
Die nächste Umfrage der Langzeitstudie findet 2010 statt.