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Neunte Koordinatorentagung in Ulm greift Forderungen des Bildungsstreiks auf – Prüfungsabläufe im Fokus


Fotos der Tagung

Prüfungsabläufe müssen vielfältiger gestaltet, den besonderen Lernzielen der Module entsprechen und im Sinne der Studierenden koordiniert werden. Die Hochschulen dabei zu unterstützen, war das Ziel der diesjährigen Koordinatorentagung des Bologna-Zentrums der HRK. Rund 200 Teilnehmer diskutierten am 08. und 09. Oktober an der Universität Ulm mit Experten aus Politik und Wissenschaft, Studierenden und Bologna-Akteuren über die derzeitige Prüfungskultur und ihre Weiterentwicklung. „Wir müssen eine Prüfungskultur entwickeln, die bereits im Lernprozess beginnt. Es wird zu viel Wert auf Prüfungen gelegt, die nur Wissen reproduzieren", kritisierte HRK-Vizepräsident Wilfried Müller zum Auftakt der Tagung. Insbesondere verleiten schlechte Betreuungsrelationen die Hochschulen zum oberflächlichen Prüfen. Die Klausur sei auch deshalb so beliebt, weil nur mit ihr die große Studierendenzahl zu bewältigen ist. Es müsse aber vielmehr getestet werden, ob Studierende das Gelernte auch anwenden können. Viele Bachelor- und Master-Studiengänge seien zu verschult und beachteten zu wenig das eigenständige Lernen, so Müller. Dabei gäbe es gute Praxisbeispiele aus Hochschulen und Fachbereichen, wie beispielsweise die auf der Tagung vorgestellten, die mit einer Vielfalt von Prüfungsformen bereits auf langjährige und erfolgreiche Erfahrungen zurückblicken und an denen wir uns orientieren können. Zudem forderte er vermehrt empirische Untersuchungen zu Prüfungen. „Ein Strukturproblem des Bologna-Prozesses ist, dass sich die Fakultäten und Fachbereiche nicht intensiv genug mit den Studierenden auseinander gesetzt haben.“ Genau dies sei jedoch besonders entscheidend. „Wir wissen nur wenig darüber, inwieweit nicht auch soziale Faktoren Prüfungsergebnisse beeinflussen“, erklärte er. Einer früheren Studie zufolge begünstigen mündliche Prüfungen beispielsweise eher Studierende akademischer Herkunft. Umso wichtiger sei es vielfältige Prüfungsformen zu nutzen.
Professor Dr. Ulrich Stadtmüller, Vizepräsident für Lehre der Universität Ulm ergänzte: "Es ist wichtig, die neuen Studienstrukturen zu verbessern und dabei voneinander zu lernen". Prüfungsorganisation und neue Prüfungsformen seien einer der kritischsten Punkte bei der Umsetzung der Reform und bedürfen einer Verbesserung.

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