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Trilaterales Rektorentreffen in Schloss Genshagen


Programm

Bonn/Genshagen, 18.05.2010 – Vertreter der französischen, polnischen und deutschen Rektorenkonferenzen haben Ende April in Schloss Genshagen bei Berlin mit Studierenden, Doktoranden, Wissenschaftlern und anderen Akteuren aus Wirtschaft und Ministerien eine Zwischenbilanz nach zehn Jahren Bologna-Prozess gezogen. Die Präsidentinnen bzw. der Präsident der Rektorenkonferenzen, Prof. Dr. Katarzyna Chalasinska-Macukow, Prof. Dr. Lionel Collet und Prof. Dr. Margret Wintermantel, kamen darin überein, dass in den drei Ländern eine gute Strecke des Weges bereits bewältigt worden sei. Doch gebe es hier, wie in allen anderen Bologna-Mitgliedsländern auch, noch Nachsteuerungsbedarf. HRK-Präsidentin Wintermantel benannte als wesentlichen Erfolgsfaktor für den weiteren Weg die Entwicklung einer Dialog- und Partizipationskultur mit den Studierenden, die als Experten ihrer Lernerfahrung für das Gespräch unentbehrlich seien.

Der Kultusminister von Sachsen-Anhalt, Prof. Dr. Jan-Hendrik Olbertz, der als Vertreter von Bundesbildungsministerin Prof. Dr. Annette Schavan sprach, äußerte sich positiv: „Der Europäische Wissensraum ist bereits in großen Teilen Realität geworden. Nicht nur Leuchtturm- und Modellprojekte wie die deutsch-französische Hochschule oder die deutsch-polnische Viadrina, sondern alle Hochschulen nutzen die Strukturen und Instrumente des Bologna-Prozesses, um ihre Attraktivität für Studierende aus Europa und der Welt beträchtlich zu steigern.“

Einen besonderen Nachsteuerungsbedarf identifizierte Professor Dr. Wilfried Müller, Vizepräsident der HRK und Rektor der Universität Bremen, beim Thema Studierendenmobilität. Hier seien die Fakultäten und Fachbereiche gefordert, da diese besonders in der Lage seien, „die individuellen Anerkennungsprobleme von im Ausland erworbenen Studienleistungen kompetent zu lösen“. Eine erleichterte Anerkennung sei die entscheidende Voraussetzung für mehr europäische Mobilität der Studierenden bereits in der Bachelorphase und fange mit Vertrauensbildung auf der Fächerebene an, die in einer gemeinsamen Qualitätskultur und in funktionierenden Netzwerken eingebettet sei. Die Teilnehmer forderten die Bologna-Mitgliedstaaten entsprechend dazu auf, alle rechtlichen und sozialen Mobilitätshindernisse konsequent abzubauen. Ein EU-finanziertes Stipendiensystem beispielsweise könne die Mobilitätschancen für Studierende und Wissenschaftler/-innen aus den 47 Teilnehmerstaaten verbessern. 

Weitere gemeinsame Handlungsfelder für eine Fortsetzung des trilateralen Gesprächsforums „Weimarer Dreieck“ zwischen den Nachbarstaaten sahen die etwa 50 Teilnehmer der Tagung in der Stärkung des forschenden Lernens, der strukturierten Promotion und des Kompetenzerwerbs von Studierenden und Absolventen sowie in der wissenschaftlichen Weiterbildung zur Verbesserung der Arbeitsmarktchancen im Rahmen des Lebensbegleitenden Lernens. Eine Folgeveranstaltung wurde angeregt, um gemeinsame europäische Lösungen zu erarbeiten. Sie sollte sich mit dem Thema „Anerkennung“ beschäftigen. Hierzu könnten zusätzlich Fachvertreter (Lehrende wie Studierende) eingeladen werden, die nicht nur fachwissenschaftliche Kompetenz, sondern auch europapolitisches Urteilungsvermögen mitbringen. Die Anerkennungsproblematik könnten diese Experten und Praktiker lösungsorientiert mit Blick auf ihre Fachkultur erörtern.












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